
Im Vorfeld des Logistics & Delivery Lunch Events sprachen wir mit Josje van Beek, Expertin für digitale Transformation und KI-Adoption sowie Autorin des Buches „Samenwerken met je Digitale Collega“. Sie unterstützt Unternehmen dabei, KI nicht nur zu implementieren, sondern sie auch wirklich nutzbar zu machen – nicht durch den Fokus auf Technik, sondern durch den Fokus auf Menschen, Prozesse und Zusammenarbeit.
Beim Logistics & Delivery Lunch Event am 1. Oktober erläutert Josje, was wirklich hinter dem Scheitern von KI-Projekten steckt und was nötig ist, um den Schritt vom Experiment zum echten Mehrwert zu schaffen.
KI verändert die Spielregeln
Josje begleitet Unternehmen seit über 15 Jahren bei Veränderungsprozessen und der Digitalisierung. Dennoch betrachtet sie den aktuellen Wandel als grundlegend anders als frühere technologische Umbrüche.
„Was diesen Wandel von allem bisher Dagewesenen unterscheidet, ist, dass KI nun eigenständig Aufgaben ausführt, handelt und Entscheidungen trifft. Und nicht nur das: Sie tut dies auch noch voreingenommen. Menschen haben kognitive Verzerrungen, und KI hat diese ebenfalls. Das ist wirklich neu.“
Während frühere Technologien den Menschen lediglich Erkenntnisse lieferten, übernimmt KI nun aktiv Arbeit. Das betrifft nicht nur eine einzelne Funktion, sondern alle Bereiche gleichzeitig. Die Auswirkungen auf Menschen und Organisationen sind daher von einer völlig neuen Dimension.
Die größte Herausforderung ist nicht die Technologie
Weltweit setzt die überwiegende Mehrheit der Unternehmen bereits KI ein, doch nur ein kleiner Teil erzielt damit tatsächlich einen Mehrwert. Josje erkennt diese Lücke sofort.
Ihrer Ansicht nach scheitern KI-Projekte nicht an der Technik, sondern an zwei Faktoren: Rollenklarheit und psychologischer Reife. Wer macht was, wenn die KI Aufgaben übernimmt? Und sind die Menschen in der Lage, bewusst zu entscheiden, wie sie sich zu etwas verhalten, das ihre Arbeit grundlegend verändert?
„Wenn man sagt, dass jemand ein Tool benutzen soll, wird der eine es tun und der andere nicht. Dann fangen wir an, Druck auszuüben und die Nichtnutzung zu sanktionieren. Aber wenn man versteht, warum jemand es nicht tut, lässt sich das Problem eigentlich ganz einfach lösen.“
Veränderung erfordert mehr als nur Technologie
Der häufigste Fehler ist das, was Josje „Training first“ nennt: Alle Mitarbeiter in ein Co-Pilot-Training zu schicken und zu glauben, damit sei es getan. Eine andere Variante ist die komplette Neugestaltung von Prozessen in der Erwartung, dass die Menschen von selbst mitziehen. Beides funktioniert nicht.
„Es bedarf einer Mischung verschiedener Elemente, bei denen menschliche Fähigkeiten eine zentrale Rolle spielen. Letztlich geht es um Veränderungen, die den Menschen betreffen. Das ist der Kern der Sache.“
Was Unternehmen unterschätzen, ist, dass Mitarbeiter neben ihren fachlichen Kompetenzen auch über jahrelang aufgebautes Kontextwissen verfügen. Dieses Wissen steckt nicht in dem System, das ihre Arbeit übernimmt. Diesen Wert möchte man bewahren, doch wie das gelingt, erfordert eine völlig neue Sichtweise auf Arbeit und Rollen.
Die Rolle des Menschen wandelt sich, verschwindet aber nicht
Wenn Planungssysteme immer intelligenter werden und Arbeit übernehmen, verändert sich die Rolle der Menschen, die damit arbeiten, grundlegend. Josje beobachtet, dass Aufgaben, die man früher eher nebenbei erledigte, nun expliziter werden und mehr Aufmerksamkeit erfordern.
„Denken Sie daran, der KI Kontext zu geben. Früher haben Sie das vielleicht nebenbei gemacht, während Sie etwas erstellt haben. Heute erstellen Sie dafür quasi ein Briefing. Hinzu kommt die Kuration: die Überwachung der Qualität dessen, was die KI produziert. Und schließlich die Fähigkeit, die Auswirkungen der eigenen Arbeit auch auf andere Bereiche des Unternehmens zu erkennen.“
Das erfordert laut Josje einen anderen Blick auf Funktionen und Rollen. Nicht auf Stellenbeschreibungen, wie sie heute existieren, sondern auf Rollen, die notwendig sind, um das Gesamtsystem am Laufen zu halten – auch wenn ein Teil der Arbeit von KI erledigt wird.
Neugier als Ausgangspunkt
Josje hofft, dass die Besucher nach ihrer Session vor allem neugieriger nach Hause gehen und häufiger das Gespräch miteinander suchen.
"Ich hoffe, sie erkennen, dass es nicht die eine Wahrheit gibt. Gerade durch das gemeinsame Forschen entsteht ein vollständigeres Bild. Zusammen verfügen wir über die Fakten; die hat niemand für sich allein."
Erfahren Sie live, wie KI-Einführung wirklich funktioniert
Beim Logistics & Delivery Lunch Event am 1. Oktober zeigt Josje auf, was tatsächlich passiert, wenn Unternehmen KI einsetzen, warum es dabei so oft am menschlichen Faktor scheitert und was Sie schon heute tun können, um das zu ändern.
Möchten Sie ihren Vortrag live erleben und entdecken, was Sie schon morgen anders machen können? Seien Sie dabei und sichern Sie sich Ihren Platz für das Logistics & Delivery Lunch Event am 1. Oktober.





















