
Im Vorfeld des Logistics & Delivery Lunch Events sprachen wir mit Sietze de Wit, Head of Operations bei Fruitful Office, über den Wechsel von festen Routen und Fahrern hin zu einer dynamischen, KI-gestützten Planung.
Fruitful Office liefert täglich Obst an Kunden in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Ein wachsender Betrieb, bei dem die Planung von Routen und Fahrern mit einem einfachen Zeitplan und Taschenrechner kaum noch zu bewältigen ist.
Beim Logistics & Delivery Lunch Event am 1. Oktober erzählt Sietze, wie dieser Umstieg zustande kam und welche Rolle KI dabei spielt.
Den Überblick über die eigene Planung verlieren
Bevor Fruitful Office mit RoutiGo arbeitete, erfolgte die Routenplanung über ein eigenes System, bei dem die Stadt in feste Zonen unterteilt war. Jeder neue Kunde wurde einer Zone und damit einer festen Route zugeordnet. Praktisch, aber mit einem klaren Nachteil: Eine Route konnte voll sein, während eine andere Zone noch Kapazitäten hatte. Niemand sah jedoch die Logik darin, einen Kunden über Zonengrenzen hinweg zu verschieben, schlicht weil zu viele Variablen gleichzeitig eine Rolle spielten.
„Je mehr Transporter wir haben, je mehr Routen und Kunden dazukommen, desto unübersichtlicher wird es. Mit einfachen Lösungen wie einer Zoneneinteilung kommt man dann einfach nicht mehr weiter.“
Mehr als nur eine technische Veränderung
Der Umstieg auf dynamische Planung lieferte sofort messbare Ergebnisse: weniger Routen, weniger Kilometer, weniger Fahrer. Doch die Auswirkungen beschränkten sich nicht nur auf Zahlen. Auch die Fahrer erhielten eine neue App, und ein Teil ihrer Freiheit trat in den Hintergrund: Während früher kaum nachvollziehbar war, ob ein Fahrer die geplante Route tatsächlich einhielt, ist dies nun transparent. Daraus entstand vor allem eine neue, offenere Zusammenarbeit zwischen Planung und Fahrern – eine Umstellung für beide Seiten.
Was bei einem Stopp wirklich passiert
Eine Frage beschäftigte das Team schon länger: Stimmen die geplanten Stoppzeiten eigentlich? Um das herauszufinden, analysierte die KI über vier Monate hinweg Fahrdaten von mehr als 64.000 Lieferstopps. Das Ergebnis: Die geplanten Zeiten waren strukturell viel zu hoch angesetzt; in der Realität benötigten die Fahrer fast die Hälfte weniger Zeit, als das System annahm.
Auf dieser Basis wurde eine neue, deutlich präzisere Formel zur Vorhersage der tatsächlichen Stoppzeit berechnet – eine Aufgabe, die ohne KI wochenlange manuelle Arbeit erfordert hätte. Zuverlässige Stoppzeiten sind die Grundvoraussetzung für eine automatische Planung: Stimmen diese nicht, plant das System Routen, die in der Praxis nicht umsetzbar sind.
Vertrauen neu definieren
Das wirft eine größere Frage auf: Wenn ein System die Routen bestimmt, wo bleibt dann die menschliche Steuerung? Für Sietze liegt die Antwort vor allem in klaren Rahmenbedingungen: Je präziser man dem System Regeln und Ziele vorgibt, desto besser kann es für einen arbeiten. Verlangt man nur die kürzeste Route, optimiert das System darauf – selbst wenn eine Lieferung dadurch zu spät ankommt.
Gleichzeitig bleibt für Sietze eine klare Kontrollfunktion für das Unternehmen selbst bestehen. Ein komplexes Problem mit so vielen Variablen einem System zu überlassen bedeutet, dass man eingreifen können muss, sobald etwas nicht nach Plan läuft.
Warum Warten keine Option ist
Für Unternehmen, die noch mit festen Routen arbeiten, ist Sietzes Botschaft eindeutig. In einer Branche mit knappen Margen ist Routenoptimierung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – besonders wenn ein Unternehmen wächst oder sich Routen ändern. Kein Mensch, egal wie erfahren, ist schnell und scharfsinnig genug, um das Tag für Tag manuell zu leisten.
Der nächste Schritt für Fruitful Office
Die dynamische Planung befindet sich noch mitten in der Implementierung, doch Sietze denkt bereits weiter: an die Optimierung der Beladung von Transportern und langfristig an die Frage, wo die Standorte von Fruitful Office eigentlich liegen sollten, falls sich die Kundennachfrage verlagert.
Erleben Sie live, wie Fruitful Office die Steuerung mit KI teilt
Beim Logistics & Delivery Lunch Event am 1. Oktober zeigt Ihnen Sietze, wie Fruitful Office den Umstieg auf dynamische Planung vollzogen hat, was dies für Fahrer, Disponenten und Kunden bedeutete und wie er das Gleichgewicht zwischen KI-Vorschlägen und menschlicher Entscheidungsgewalt einschätzt.
Möchten Sie seine Geschichte aus erster Hand hören und erfahren, was Sie schon heute umsetzen können? Seien Sie dabei und reservieren Sie Ihren Platz für das Logistics & Delivery Lunch Event am 1. Oktober.





















